Unsere Geschichte

Das Projekt

Fünf bis sieben Frauen lernen an drei Tagen in der Woche nähen. Der Kurs dauert ein Jahr und beinhaltet den Umgang mit Stoffen, Zuschnitt, einfache Näharbeiten wie Bettwäsche, Kissen und Tischdecken, aber auch und vor allem Kinderkleidung und Kleider für den Alltagsbedarf der lernenden Frauen. Nähmaschinen, Stoffe und Materialien werden gestellt. Jeweils zu Weihnachten darf sich jede Frau ein festliches Kleid nähen und auch die Kinder werden mit selbst genähten Hosen, Röcken und Hemden, bzw. Blusen neu eingekleidet, wie es in Brasilien zum Jahresende Sitte ist. Außerdem bekommt jedes Kind zu Weihnachten ein kleines Geschenk. Im Anschluss an das Ausbildungsjahr haben die Frauen die Möglichkeit, einmal in der Woche an einem Nachmittag weiter zu lernen, außerdem dürfen sie die Räumlichkeiten und Nähmaschinen an den Vormittagen und Abenden nach Absprache eigenständig nutzen.

Kinderbetreuung

Die Kinder der Frauen – meistens bis zu zwanzig pro Jahrgang - werden von einer Betreuerin und einer Grundschullehrerin mit viel Herz und Fröhlichkeit betreut. Sie bekommen, neben nachmittäglicher Hausaufgabenbetreuung, eine warme Mahlzeit und Saft und werden bei Bedarf auch mal geduscht! Bei schönem Wetter sind sie draußen, die große Schaukel vor der überdachten Spielterrasse hat drei „Abteilungen“, für jedes Alter eine, und ist die Attraktion der Siedlung, in der es ansonsten nicht ein einziges Spielgerät gibt. In der Regenzeit spielen die kleineren Kinder im Spielzimmer, wo auch ein Babybettchen steht, sie malen oder basteln mit Materialien, die auch der Verein zur Verfügung stellt, die größeren werden bei den Hausaufgaben unterstützt und lernen mittlerweile sogar Englisch! Für die Frauen ist es sehr wichtig zu wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind, während sie lernen und für manche ist dieser Aspekt sogar der Grund gewesen, sich für die Ausbildung anzumelden! Neben den Kindern der Näherinnen, hat die Schule mittlerweile so großen Zulauf in der Umgebung, dass der Verein froh ist über die Hilfe von Volontärinnen sind, die den Weg aus Sao Paulo zu „Costura“ gefunden haben: Bruna und Natalia wollten ursprünglich nur vier Wochen bleiben – Natalia war am Ende ein ganzes Jahr bei uns!

Bisherige Erfolge

Alle Frauen, die einen Kurs angefangen haben, haben ihn auch zu Ende gebracht, ein paar Teilnehmerinnen haben auf Grund von Schwangerschaften und Geburten ausgesetzt und dann im nächsten Kurs weiter gemacht, einige wenige sind weggezogen. Eine Zeitlang hat „Costura“ für die deutsche Marke „Belefanti“ Sofakissen in Elefantenform genäht, das Projekt musste leider eingestellt werden, weil sich der Export nicht rechnet: Lohn- und Materialkosten sind in Brasilien, im Vergleich zu Indien, China und Bangladesch, hoch, und bei geringen Stückmengen ist dazu der Versand extrem teuer. So fielen auch wunderschöne Kleider, die eine Berliner Modedesignerin exklusiv für „Costura“ entworfen hatte, dieser Tatsache zum Opfer – allerdings gibt es seit letztem Jahr neue Hoffnung in Form des „Rixdorfer Weihnachtsmarktes“: Bereits zum zweiten Mal verkaufen Mitglieder des Vereins begeistert und mit großem Erfolg am 2. Adventwochenende in Berlin, in Neukölln am Richardsplatz, auf dem „Rixdorfer Weihnachtsmarkt“, der ausschließlich gemeinnützigen Vereinen vorbehalten ist. Neben Kosmetik-Taschen aus Dosenlaschen, und mit viel Liebe zum Detail gearbeiteten Weihnachtsmännern und Weihnachtsengeln, gibt es dort Mützen, Rucksäcke, Windlichter und vieles mehr zu erstehen! Last not least zieht der Verein mittlerweile auch in Brasilien Kreise: Immer mehr gemeinnützige Einrichtungen werden auf „Costura!“ aufmerksam und interessieren sich nicht nur für unser Projekt, sondern auch für gelegentliche „Zusammenarbeit“: So hatten wir bereits einen sechswöchigen Kurs, der zeigte, wie man aus Bananenblättern Tischsets und kleine Handtaschen herstellt, außerdem haben diverse Sozialarbeiter Vorträge gehalten, zum Beispiel über Hygiene, Empfängnisverhütung und Gewalt in der Ehe. Im Ort Maragogi macht in Kürze in Strand- und Touristennähe ein Laden auf, in dem man alles, was die Abgängerinnen herstellen – von Kleidern über Puppen, Kosmetiktaschen, Rucksäcken und Engeln in jeder Form und Größe – erstehen kann. Hilfe zur Selbsthilfe – das ist und bleibt das Motto - und dem bleibt der Verein „Costura e.V.“ treu!

Der Vorstand

Der Vorstand besteht seit Beginn aus der Gründerin, Barbara Engelke und der 2.Vorsitzenden, Bele Nord, sowie wechselnden VertreterInnen des Vorstandes. Im Dreijahresrhythmus werden außerdem Kassenwart und Rechnungsprüfer neu gewählt.

Kontakt

„Costura! e.V."

c/o Barbara Engelke

Wichelkamp 12

22179 Hamburg

040-619932

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